Michael Gebert Gastgeber

Michael Gebert

Dr. Michael Gebert ist Unternehmer, Autor und Podcaster, hat digitale Transformation begleitet und Innovation in Europa maßgeblich geprägt.

Erscheint in 194 Episoden

#31

Lieber Krieg als Frieden?

Im „Kalten Krieg“ lautete das gängige Narrativ: „Die Russen sind die Bösen!“. Heute, 30 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion, scheinen wir wieder mittendrin zu sein in einem neuen (hoffentlich nur „kalten“) Krieg. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sieht „Europa konkret und unmittelbar bedroht“. Der neue US-Präsident Biden nennt den russischen Präsidenten Putin gar „einen Mörder“. Die Lage im schwarzen Meer spannt sich an, der Einsatz von US-Kriegsschiffen steht im Raum, die NATO macht Manöver immer näher zu Russland und Putin bündelt Truppen an der ukrainischen Grenze. Der Bürgerkrieg in der Ostukraine, die Annexion der Krim und nicht zuletzt die Causa Nawalny haben alle Kritiker bestätigt, die in ihm einen Autokraten sehen, der nicht nur die Opposition und die Pressefreiheit unterdrückt. Die diplomatischen Beziehungen zu Moskau sind mehr als verkrampft, die erhoffte Entspannung in weiter Ferne. Doch warum haben es Diplomatie und Entspannung heute wieder so schwer? Für die neueste Episode der Turtlezone Tiny Talks blicken Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz rund 20 Jahre zurück, als Vladimir Putin -damals vom FSB-Direktor zum Staatspräsidenten aufgestiegen- vor dem Deutschen Bundestag eine vielbeachtete und kluge Rede auf Deutsch gehalten und die Hand gereicht hat. „Die Mauer ist zerstört, der kalte Krieg ist endgültig vorbei!“, war seine Botschaft. Damals lag die Wiedervereinigung 10 Jahre zurück, ebenso der Zerfall der Sowjetunion und in Russland waren die Wild-West-Jahre der Oligarchen vermeintlich überwunden. Und New York war in Schock wegen 9/11. Doch warum wurde nichts aus einer dauerhaften Entspannung? Warum wurde die Chance vertan, mit Russland im Schulterschluss gegen den Terrorismus zu kämpfen? Und welche Strategie steckt hinter der seit Jahren zu beobachtenden verbalen Aufrüstung von NATO-Generalsekretär Stoltenberg oder den Atlantikern? Unter Historikern und Politikwissenschaftlern, fern des Verdachts „Trolle aus Moskau“ zu sein, sind das interessante Fragen. Und auch damals verantwortliche Politiker erinnern sich parteiübergreifend an einen russischen Präsidenten, der noch nicht in der Rolle des Bösen verortet war, der von der Überwindung des Stalinismus und dem Beginn der Demokratie in Russland sprach und noch keine Anstalten machte, sich als ewiger „Zar“ zu verankern. 20 Jahre, in denen die Welt komplizierter geworden ist und Diplomatie und Entspannung auf der Strecke geblieben sind. Und 20 spannende Debatten-Minuten. Reinhören!
#30

Identität - Zunehmend Ideologie?

Was macht unsere Identität aus? Schon immer sind die Menschen dieser Frage nachgegangen und natürlich steht der Identitätsbegriff auch im Mittelpunkt von Psychologie, Soziologie und Philosophie. Mit einer modernen Gesellschaft und Freiheit wird oft die Möglichkeit verbunden, die ganz eigenen individuellen Identitätsaspekte auszuleben. Kollektivmerkmale haben eine immer geringere Rolle gespielt. Doch derzeit scheint alles anders: Kaum ein gesellschaftlich relevantes Thema, das nicht von identitätspolitischen Aktivistinnen und Aktivisten begleitet wird. Und plötzlich spielen nicht individuelle Skills, sondern Merkmale wie Rasse, Hautfarbe, Religion und Geschlecht eine wiedererstarkte ideologische und gesellschaftliche Rolle. Zumindest in der Debatte. Die einen stellen ultimative Forderungen, die anderen schütteln mit dem Kopf. Führen die Identitätspolitik und -Ideologie zu einer Spaltung? Zumindest lässt sich Toleranz und Lockerheit vermissen und manche kollektive Identitätsdefinitionen scheinen arg konstruiert. Oder täuscht das und haben die Aktivisten Recht? Für die neueste Podcast-Episode der Turtlezone Tiny Talks gehen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz der Frage auf den Grund, reflektieren aktuelle Entwicklungen, betrachten die wissenschaftliche Historie des Identitätsbegriffs und versuchen die Motivation der identitätspolitischen Bewegung zu verstehen. 20 Minuten, die viele Impulse geben, denn die Debatte geht uns alle an. Hör-Tipp!
#26

Wie ernst nehmen wir das Tierwohl?

Das Tierwohl bewegt viele Bürger mehr als je zuvor. Nicht nur Vegetarier und Vegane. Und doch sind wir von einer artgerechten und würdigen Tierhaltung weit entfernt. Das Leben eines Tieres ist teilweise „weniger Wert“ als ein frisches Brot in der Bäckerei kostet. Im Ländervergleich extrem niedrige Discounterpreise für Lebensmittel und Fleischprodukte, die industrielle Erzeugung und Verarbeitung von Tierprodukten und der massenweise Einsatz von Antibiotica sind nur einige der Facetten, die nicht nur zu Lasten der Tiere gehen, sondern auch einer gesunden und ausgewogenen Ernährung im Wege stehen. Nicht zuletzt der Siegeszug des Fastfoods und der Fertigprodukte hat Fleisch zum jederzeit verfügbaren, beliebigen Ernährungsbestandteil ohne Wertschätzung gemacht. Das schreit geradezu nach Biosiegeln, Qualitätslabeln und Lebensmittelampeln – damit wir uns irgendwie orientieren können und bewusster Einkaufen, uns gesünder ernähren und ein Signal für das Tierwohl setzen können. Und doch ist die Flut an Siegeln, Label, Ampeln und Kennzeichnungen nicht ohne Kritik. Insbesondere die Pläne der Bundesministerin Julia Klöckner für ein Tierwohlkennzeichen. Denn einher geht der Ansatz einer Freiwilligkeit und das Prinzip, dass der Markt richten soll, was sich der Gesetzgeber nicht traut. Das Label als Marketinginstrument werden auch Produkte erhalten, die unter Bedingungen der Tierhaltung entstehen, die lediglich in Nuancen besser sind als die äußerst niedrigen, gesetzlichen Mindeststandards. Der Verbraucher, der sich nach dem Kennzeichen richtet, setzt zwar ähnlich wie bei dem Biosiegel ein gewisses Willenssignal, wird aber latent über eine vermeintlich deutlich artgerechtere Tierhaltung getäuscht. Eine wichtige Debatte, die Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz in der neuesten Episode der Turtlezone Tiny Talks aufgreifen.
#19

Mit 16 Jahren zu jung zum Wählen?

Das Superwahljahr 2021 ist eingeläutet, aber sowohl bei den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz als auch bei der Bundestagswahl im Herbst lautet das Mindestalter für die aktive Wahlberechtigung 18 Jahre. Vor über 50 Jahre wurde das Wahlrecht diesbezüglich letztmals auf Bundesebene angepasst und damals die Altershürde von 21 auf 18 Jahren gesenkt. Auf Initiative von Willy Brandt. Heute gibt es zwar in einigen Ländern das Kommunalwahlrecht ab 16, in wenigen Stadtstaaten und Ländern auch bei Landtagswahlen – aber trotz positiver Stimmen aus großen Teilen von SPD, LINKE und Grünen, wird die Frage einer größeren Wahlrechtsreform zwar immer mal wieder diskutiert, die Debatte jedoch nicht wirklich mit Elan betrieben. Für die neueste Episode von Turtlezone Tiny Talks gehen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz den Pro- und Contra-Argumenten auf den Grund. Denn so wie Willy Brandt damals den Slogan „Mehr Demokratie wagen“ geprägt hat, könnte ein Wahlrecht für junge Menschen ab 12, 14 oder 16 Jahren frischen Schwung in die Demokratie bringen und vielleicht ja auch ein gutes Signal gegen Politikmüdigkeit sein? Oder sollte das Wahlrecht im Sinne von „Rechte und Pflichten“ auch weiterhin an die Altersregelungen für Volljährigkeit, Geschäftsfähigkeit und Strafmündigkeit gekoppelt sein und wie reformbedürftig sind diese? Eine spannende 20-Minuten-Debatte zum Wochenstart!
#16

Retten wir so wirklich den Einzelhandel?

Im Dezember überraschten die CDU-Abgeordneten Andreas Jung und Christian Haase mit ihrem Positionspapier „Pakt für lebendige Innenstädte“, das für einiges Kopfschütteln sorgte – aber auch Zustimmung aus Kreisen der SPD und der Städte und Kommunen erhielt. Die damit ausgelöste Debatte fand medial dann eher unter der Headline „Paketabgabe für Onlineversender soll den lokalen Einzelhandel retten“ statt und findet im neuen Jahr weiter Auftrieb. In der aktuellen Episode der Turtlezone Tiny Talks gehen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz dem Vorschlag und den seit Jahren zu beobachtenden Problemen des Einzelhandels auf den Grund. Wem käme eine Paketabgabe überhaupt zu Gute? Handelsverbände zumindest haben sich spontan eher ablehnend geäußert. Jeder, der sich für ein attraktives, vielfältiges Angebot im örtlichen Handel interessiert, muss ja seit Jahren beobachten, dass in den Innenstadtlagen fast nur noch Filialisten und Handelskonzerne die horrenden Mieten zahlen können und wollen. Profitieren kleine, unabhängige Einzelhändler eigentlich von einem skizzierten „Innenstadtfonds“ und können 1-2 Euro Abgabe pro Paket im Distanzhandel die zahlreichen strukturellen Probleme und Kostenbelastungen der Händler vor Ort sinnvoll ausgleichen oder sprechen wir eher von einer Umlagefinanzierung für das kommunale Stadtmarketing? Spannende Fragen für die 20-Minuten Zeitgeist-Debatte zum Wochenstart.
#15

Wie heilig ist Weihnachten?

Die politische und gesellschaftliche Debatte der letzten Wochen hat sich immer wieder um die Frage gedreht, wie man den Menschen trotz aller Einschränkungen ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen kann. Alle Regeln und Verordnungen wurden immer wieder daran gemessen, welche Auswirkungen sie auf die Weihnachtstage der Bürger haben. Ein ziemlicher Fokus auf ein religiöses Fest in einer Gesellschaft, die weit davon entfernt ist mehrheitlich und einheitlich gläubig zu sein. Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz debattieren für die Episode 15 der Turtlezone Tiny Talks daher die Frage: „Wie heilig ist Weihnachten?“ Es sind immerhin über 2500 Jahre vom heidnischen Ursprung eines Sonnenwende-Fests, über die christliche Prägung der Feier von Jesus Geburt bis hin zu einem globalen Event mit glitzernden und leuchtenden Tannenbäumen, Geschenken und zig Milliarden Umsätzen. Doch was macht Weihnachten für uns aus? Gemeinsame Zeit mit der Familie und Freunden? An Andere denken und ihnen eine Freude machen? Die Schnittmenge der weltweiten Faszination für die Advents- und Weihnachtzeit, für das Familienfest, Deko, Lichter und Geschenke, ist sicher heutzutage eher unreligiös. Es schmälert auch nicht die Bedeutung des Christentums für das Weihnachtsfest, wenn man die gemeinsamen Werte hervorhebt, die Menschen gesellschaftsübergreifend verbinden - egal ob gläubiger Christ, Traditions-Christ, Atheist oder eigentlich Anhänger einer anderen Religion. Ein inspirierender und besinnlicher Streifzug durch die Geschichte des Fests.
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