Warum stockt die Energiewende?
#33

Warum stockt die Energiewende?

Mobilität und Klimaschutz sind eng mit der Frage von Energie und Ressourcen verbunden. Die für das Klima dringend notwendige Energiewende ist nicht nur ein langer Prozess mit vielen Herausforderungen und Baustellen, sondern scheint immer wieder ins Stocken zu geraten. Das einzig stabile sind unsere Strompreise auf Rekordniveau – sowohl für Verbraucher wie auch für die Industrie. Was wäre eigentlich, wenn die Elektrifizierung der Mobilität nicht -infrastrukturell bedingt- im Schneckentempo ablaufen würde? Lobbyisten der Energiewirtschaft warnen vor einer Überlastung der Netze und Blackouts und betonen die Schwierigkeiten, konsequent auf erneuerbare Energien umzustellen. Klimaschützer wiederum beklagen, dass wir derzeit die Folgen von Ressourcen-Ausbeutung und Profitinteressen über Jahrzehnte erleben und die halbherzigen Maßnahmen dieser Tage wiederum die erhofften Auswirkungen in der Zukunft noch weiter hinauszögern. Für die neueste Episode der Turtlezone Tiny Talks gehen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz der Frage nach und knüpfen damit an ihre vorangegangene Debatte zur Mobilität der Zukunft an.
Episode 033 
In den Städten ist die Sache klar: Je weniger Emissionen und Lärm umso besser. Das spricht eindeutig für die E-Mobilität. Doch irgendwo muss ja der Strom herkommen, die Batterieherstellung erfordert viele Ressourcen und auch die Wasserstofferzeugung ist energieaufwendig. Die Gesamtbilanz kann eigentlich erst stimmen, wenn konsequent erneuerbare Energien genutzt werden. Das ist eine Achse der Debatte. Doch überall dort, wo Windräder und Solarparks entstehen, beobachten wir eine -zumindest gefühlte- Belastung der Anwohner. Die Entlastung in den Städten geht also teilweise zu Lasten nicht-urbanen Lebens. Und als weitere Achse haben wir das Infrastruktur-Thema. Und da warnt die Energiewirtschaft vor den Gefahren von Lastspitzen und anderen Schwierigkeiten. Sogar Blackouts werden befürchtet. Reine Lobby-Argumente? Und was hindert uns an einem energischen Handeln. Jüngst hat auch das Bundesverfassungsgericht die Klimapolitik der Bundesregierung als zu halbherzig beurteilt. Wenn die Energiewende immer wieder ins Stocken kommt, fragen sich viele, wo und wann wir das Tempo und den Ehrgeiz verloren haben.