Deep Fake - Welchen Bildern können wir noch vertrauen?
#25

Deep Fake - Welchen Bildern können wir noch vertrauen?

Schon seit Aufkommen der Fotografie und des Films im 19. Jahrhundert waren Retuschen und Bild-Manipulationen Gang und Gebe. Vielleicht vergleichbar mit heutigen Instagram Filtern und der Nachbearbeitung in Photoshop. All das hat dennoch der Kraft der Bilder keinen Abbruch getan! Ein Bild sagt sprichwörtlich „mehr als tausend Worte“ und Bilder und Bewegtbilder haben gesellschaftlich seitdem einen großen Einfluss. Doch welchen Bildern können wir noch vertrauen? Dieser Frage gehen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz in der neuen Podcast-Episode der Turtlezone Tiny Talks nach. Bilder werden nicht mehr nur aufgehübscht und nachbearbeitet, beschnitten und verfremdet, zensiert oder manipuliert – sondern komplett und zu hundert Prozent gefälscht. Und zwar so perfekt, dass selbst Experten und Gutachter Mühe haben, den Deep Fake zu erkennen.
Episode 025 
Technische Grundlage ist das Deep Learning, eine Methode der Künstlichen Intelligenz, und Generative Adversarial Networks. Klingt harmlos und spannend, kann aber nicht nur in den Händen von politischer Propaganda und Geheimdiensten Schäden anrichten, sondern wird auch bei Kriminellen immer beliebter – zum Beispiel für Erpressungen. Für Unternehmen und die Werbung attraktiv sind aber künstlich generierte Portraits wie sie die Firma Generated Media des Gründers Ivan Braun mittlerweile mit einem Bestand von fast 3 Millionen Bildern bietet, die alle täuschend echt aussehen, ganz individuell generiert werden können und keinerlei Rechte verletzen. Solche Projekte sind zweifelsfrei nützlich, verwenden aber dieselbe Technologie-Grundlage wie die negativ behafteten Deep Fakes. Und auch die Entertainment-Industrie und Hollywood setzen große Hoffnungen in die Technologie. Was wird aus Bildern und Bewegtbildern als Kulturgut und wichtiges Element von journalistischen und historischen Dokumentationen? Eine spannende Debatte!