Neue Rechtsform für nachhaltige Wertschöpfung?
#34

Neue Rechtsform für nachhaltige Wertschöpfung?

Brauchen wir eine neue Unternehmensform, eine „Gesellschaft für Verantwortungseigentum“? Die Idee ist eine Art Asset Lock. Gewinne kommen alleine dem Unternehmen zugute, aggressive Investoren werden abgewehrt und Unternehmer können auch bei schwieriger Nachfolgeregelung den Weiterbestand ihrer Firma sicherstellen. Kurzum, eine solche Gesellschaft stünde für mehr nachhaltige Wertschöpfung. Gelebte Vorbilder mussten dafür bislang eher komplexe Stiftungs-Konstrukte bemühen. Der Stiftung Verantwortungseigentum ist es zusammen mit einem namhaften Kuratorium gelungen, die Idee rechtzeitig vor der Bundestagswahl aktiv in die politische Debatte einzubringen. Vor wenigen Tagen konnte man bei einem Online-Event Christian Lindner, Armin Laschet, Friedrich Merz, Robert Habeck und den Vizekanzler Olaf Scholz als Gastredner begrüßen. Doch wie realistisch ist eine zeitnahe Umsetzung? Wie stehen die Parteien zum dem Vorschlag? Für die neue Episode der Turtlezone Tiny Talks greifen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz die Debatte auf, führen in das Thema ein und analysieren, warum es auch kritischen Gegenwind zu dem Vorschlag gibt. 20 spannende Minuten rund um einen engagierten Ansatz für ein modernes und nachhaltiges Unternehmertum.
Episode 034 
Die Idee einer GmbH in Verantwortungseigentum erinnert an Beispiele wie Carl Zeiss, Bosch oder ZF Friedrichshafen mit ihren Stiftungs-Konstrukten - und aktuell Allnatura. In Ländern wie Dänemark sind zweckgebundene Unternehmen schon weiterverbreitet und die Idee, dass das Vermögen und die Gewinne des Unternehmens nicht privatisierbar sind und ausgeschüttet werden, gibt Unternehmen nicht nur eine langjährige Perspektive, sondern dürfte auch Unternehmensentscheidungen fördern, die zu 100% am Wohl des Unternehmens ausgerichtet sind und nicht an den persönlichen Interessen von Gesellschaftern – die nun zu Treuhändern werden. Diesen Anspruch haben echte Unternehmer alter Prägung zwar auch, aber gerade bei Nachfolgeregelungen in der Familie oder bei Firmenverkäufen oder Fusionen ist das nicht immer sicherzustellen. Ein Unternehmen in Verantwortungseigentum steht damit für eine nachhaltige Wertschöpfung und dürfte auch gerade für Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber sein.