Alle Episoden

Zeige 141 - 160 von insgesamt 195

#51

Amazon - Spiegel der Gesellschaft?

Die Kritik an dem Onlinehandels-Giganten Amazon ist vielfältig. Vor wenigen Tagen konnte der Zuschauer des Investigativ-Formats „Team Wallraff“ auf RTL sehen, wie belastend die Arbeit als Fahrer eines Subunternehmers oder Logistikmitarbeiter sein kann und wie überwacht sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des größten Onlinehändlers der Welt fühlen können. Die Vorwürfe sind nicht wirklich neu und treffen sicherlich auf viele Logistiker und Paketdienste zu. Doch Amazon polarisiert. Das Unternehmen steht einerseits für eine immense Erfolgsgeschichte und war und ist in vielen Aspekten Eisbrecher in Sachen Serviceorientierung. Andererseits verlangt man Mitarbeitern, Partnern und Lieferanten viel ab. Und trotzdem bestellen wir, ob wir es zugeben oder nicht, immer mehr bei Amazon oder nutzen die Plattform zumindest regelmäßig als Produktkatalog und Preisindikator, wenn wir in die Stadt fahren und dort gut informiert im stationären Handel einkaufen wollen. Die meisten Vorwürfe an Amazon beruhen kausal auf einem Geschäftsprinzip, das zu einhundert Prozent auf der Zufriedenheit von uns Kunden ausgerichtet ist. Der vermeintliche „Sargnagel“ des stationären Handels hat ein Leistungsversprechen, das den Bedarf trifft: Den führenden Produktkatalog, hohe Verfügbarkeit, schnelle Lieferung und Verlässlichkeit und einen kompromisslosen Kundenservice. Das rechtfertigt natürlich keinen rücksichtslosen Umgang mit Mitarbeitern, Händlern oder Lieferanten – der immer wieder beklagt wird. Es sollte aber klar sein, dass die immer kürzeren Lieferzeiten und das hohe Servicelevel nur mit einer Perfektion aller Beteiligten möglich sind, die sich wohl nur mit Big Data und permanentem Monitoring und Scoring erreichen lassen. Für die neue Episode des Debatten-Podcast Turtlezone Tiny Talks hinterfragen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz, ob Amazon nicht auch ein Spiegel unserer Gesellschaft ist.
#40

Snowden - Held oder Verräter?

Heute feiert der Whistleblower Edward Snowden seinen 38. Geburtstag. Und auch der neue US-Präsident Biden macht wenig Anstalten Snowden eine straffreie Rückkehr in die USA zu ermöglichen. Er ist und bleibt eine Art Staatsfeind und Geheimnisverräter und gehört nach Ansicht mancher der Hardliner am besten nach Guantanamo. Und bis heute hat sich wenig daran geändert, dass das Aufdecken von Fehlverhalten durch Regierung, Behörden und vor allem durch Geheimdienste und Militär keine Disziplin ist, mit der man auf Lob für Zivilcourage hoffen darf. Seit 2013 ist Ed Snowden auf der Flucht und lebt im russischen Exil. Fast zwei Dutzend Länder, darunter Deutschland, haben seine Asylanträge abgelehnt. Er hat seitdem viele Preise erhalten, war für den Friedensnobelpreis nominiert und ist mittlerweile nicht nur ein gefragter Experte, Redner und Autor, sondern hat in Moskau doch noch seine US-Freundin Lindsay Mills heiraten können und beide haben einen Sohn bekommen. Für die neue Podcast-Episode der Turtlezone Tiny Talks sprechen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz über die damaligen Ereignisse rund um Snowdens Flucht. Und: In der EU gibt es nun -wie in den USA- eine Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern, die bis Ende dieses Jahres in nationales Recht umzusetzen ist. Sie soll in erster Linie Mitarbeiter schützen, die Missstände aufdecken. Es geht darum, Repressalien und Kündigen zu verhindern und Meldekanäle zu etablieren. Ein Fall Snowden und ein Arbeitgeber „Geheimdienst“ ist da nicht im Fokus. Solche Whistleblower riskieren weiterhin hohe Strafen – und in vielen Ländern auch ihr Leben.
Vorherige Seite

Zeige 141 - 160 von insgesamt 195

Nächste Seite