Oliver Schwartz Gastgeber

Oliver Schwartz

Oliver Schwartz ist ein deutscher Autor, Podcaster, Vortragsredner und Kommunikationsberater mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz und Unternehmenskommunikation.

Erscheint in 194 Episoden

#74

Cyberwar - Das Netz als Waffe?

Unter „Cyberwar“ werden die Durchführung und die Abwehr von Attacken über das Netz verstanden. Im militärischen Sinne ist dies spätestens seit dem Kosovo-Krieg fester Bestandteil einer sogenannten „hybriden Kriegsführung“, de facto verschwimmen aber die Grenzen zwischen staatlich veranlassten, internetbasierten Versuche zur Destabilisierung, Sabotage und Manipulation sowie kriminellen Erpressungsversuchen und Hackern mit einer Vielzahl von ganz eigenen Motiven. Dabei tummeln sich auch viele Privatfirmen, Cyber-Söldner und Kriminelle im zumindest mittelbaren Staatsauftrag. Auf allen Seiten, Tag für Tag. Egal ob in Kriegs- oder Friedenszeiten. Damit einher geht auch die Frage, in welcher Zuständigkeit die Abwehr solcher Angriffe liegt. Der Begriff „Cyberwar“ legt nahe, dass dies beim Militär verortet werden sollte. Viele Experten warnen aber davor und begründen auch, warum Sie dies eher bei den zivilen Sicherheitsbehörden sehen. Das hat auch viele weitere Auswirkungen, bis hin zu Rechtsfolgen im Schadensfall und Versicherungsthemen. Alleine schon die Verletzbarkeit kritischer Infrastruktur und auch die möglichen Folgen von Cyberattacken und Erpressungen erfordert Anstrengungen: Bewusstsein, Achtsamkeit, Schutzmaßnahmen, Monitoring und Know-how. Aber nicht nur in Kriegszeiten, sondern permanent. Es geht ja um Stabilität und Versorgungssicherheit und auch um Schutz vor Erpressung und Cyber-Terrorismus. Es gibt keinen „humaneren“ Krieg über das Netz. Ein Krieg, auch ein Cyber-Krieg, ist kein Computerspiel. Waffen, auch Cyberwaffen, sind und bleiben potenziell tödlich oder verursachen entsprechende Folgen. Und es gibt gerade auch aus Deutschland Initiativen, dass Cyberoperationen nicht im völkerrechtsfreien Raum passieren dürfen. Eine wichtige Frage dabei: Müssen wir auch Cyber-Attacken völkerrechtlich wie einen Kriegsakt behandeln und kann es passieren, dass dann ein Hackerangriff plötzlich den gerade ja wieder so heiß diskutierten NATO-Bündnisfall auslöst?
#71

Wieviel Liebe liegt in der Luft?

Valentins-Tag! Liebe liegt in der Luft!? Oliver Schwartz und Dr. Michael Gebert nehmen Sie heute auf eine kleine Weltreise mit und tauchen mit Ihnen in die Geschichte des Valentins-Tags ein. Ob Sie auf „Wolke 7“ schweben oder sich heute selber beschenken, ob Sie schwer verliebt sind oder schwer genervt von diesem Festtag – dieses 30-minütige Podcast-Special der Turtlezone Tiny Talks bringt Sie heute in Stimmung. In der Tat gibt es viele Länder in der Welt, in denen der Valentinstag nicht nur den schwer- und frischverliebten Paaren oder glücklichen Ehepartnern vorbehalten ist, sondern in denen sich Familienmitglieder untereinander erfreuen und sozusagen Liebe wirklich ganz allgemein in der Luft liegt oder durch den Magen geht. Denn neben der Blumen-Tradition, die auf Valentin von Terni im 3. Jahrhundert zurückgeht, sind auch sinnliche, süße Verlockungen weltweit beliebt: Am 14. Februar schenken deshalb japanische Frauen ihren Ehemännern, Freunden, männlichen Kollegen und Chefs dunkle Schokolade. Lernen Sie noch mehr weltweite Traditionen kennen und die geschichtlichen Ursprünge des Valentins-Tags. Und lassen Sie sich überraschen, wie die Industrie in zum Teil äußerst aufwändigen TV-Spots, ihre Produkte ins rosarote Licht des Festtags der Liebe stellen. Und welche Auswirkungen hat der gesellschaftliche Druck auf alle diejenigen, die in einer schwierigen Partnerschaft stehen oder sich vergeblich nach der perfekten Liebe zum Valentins-Tag sehnen? Hör-Tipp!
#58

Wird Kultur immer beliebiger?

Streaming-Dienste wie Netflix und Prime sind die großen Gewinner der letzten Jahre. Und auch die Mediatheken der Sender sollen sich immer mehr vom Content-Archiv zur Streaming-Plattform entwickeln. Denn Linear-TV ist „tot“ und junge Menschen nur über On-Demand-Angebote erreichbar. Eine Theorie, die wie eine selbsterfüllende Prophezeiung zur Benchmark erfolgreicher Medienmanager geworden ist. Programmplaner gehören einem aussterbenden Berufsstand an. Ebenso angeblich Kinoschaffende. Denn auch das Kino wird seit Jahren -mal wieder- totgeredet. Und wenn dann ein ersehnter Blockbuster wie James Bond mit 5 Millionen Kino-Zuschauern in Deutschland den Lichtspieltheatern wieder Leben einhaucht, entscheidet sich Warner im Falle der epischen Neuverfilmung von „Dune“ doch lieber zur zeitgleichen Veröffentlichung auf allen nur denkbaren Streaming- & Download-Kanälen – obwohl dieser Film von der großen Leinwand lebt. Genauso unverständlich ist der Trend, den angeblichen Herzenswunsch der Kultur-Konsumenten -das „Binge-Watching“ aka Koma-Glotzen“- zum Standard der Serienveröffentlichungen auf den Plattformen und Mediatheken zu machen. Auch bei ARD und ZDF. Unverständlich wenn es um die optimale Präsentation einer Produktion geht, an denen hunderte Menschen Monate gearbeitet haben. Verständlich aus Marketingsicht für den Verkauf von Flatrate-Abo. Schlecht für den Respekt vor kreativer Arbeit. Für die neue Episode der Turtlezone Tiny Talks debattieren Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz über die paradoxe Situation, dass Netflix und Prime viel Geld in hervorragende Eigenproduktionen investieren, aber auch diese exklusiven Programmperlen ohne Not auf dem Wühltisch des Überangebots verheizen. Konnte eine Serie bislang Menschen über Monate fesseln und für Gesprächsstoff sorgen, ist sie nun schon nach kurzer Zeit nur noch ein beliebiges Angebot auf dem All-you-Can-Watch-Buffet. Und „Dune“ zum Kinostart auf Smartphone oder Computer zu streamen ist wie der Kontrast zwischen einer 5-Minuten-Suppe und dem Sternerestaurant. Und dieser Trend betrifft nicht nur Fernsehen und Kino. Im gesamten Kultur- und Kunstmarkt verlieren die einzelne Künstlerin, der einzelne Künstler und deren Werke im Kontext der Flatrate-Abos an Bedeutung.
#56

Wahrheit oder Lüge?

Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Gibt es bei dieser Frage auch Grauzonen oder verschiedene Blickwinkel? Und rechtfertigt ein vermeintlich hehres, großes Ziel bewusste Lügen und Falschbeschuldigungen? Aus rechtlicher Sicht lautet die Antwort wohl eindeutig „nein!“ – im menschlichen Alltag und in der Weltgeschichte der großen Politik sah und sieht das erstaunlich oft anders aus. Vom Beziehungsdrama, gesellschaftlichen Konflikt bis hin zum Krieg – die Mechanismen von Kampagnen, die für sich die eigentlich klaren Leitplanken für Fakten und Wahrheit verschieben, ähneln sich erschreckend. Und auch so mancher Shitstorm auf den sozialen Medien beruft sich im „Eifer des Ereiferungsgefechts“ auf die große Sache. Ob zu Recht oder Unrecht ist, jenseits der juristischen Betrachtung, meist eine Frage des Zeitgeists und in den letzten Jahren verstärkt eine Frage der sogenannten Political Correctness. Unstrittig dagegen verbieten sich völkerrechtlich, aber auch nach unserem überwiegenden Rechtsempfinden, sämtliche militärischen Konflikte und Kriege, die auf geopolitischen Strategien, Provokationen, Lügen und gefälschten Beweisen beruhen. Und doch durchziehen sich die jüngere und ältere Geschichte. Der jüngst verstorbene 4-Sterne-General und Ex-Außenminister der USA, Colin Powell, ist im Kontext des Irak-Kriegs 2003 nur eine Symbolfigur für solche Lügen wider besseren Wissens – die zugunsten der „großen Strategie“ zahllose Opfer gefordert haben.
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