Kennt Kunst (k)eine Krise?
#92

Kennt Kunst (k)eine Krise?

Kunst und Kultur hatten es die letzten zweieinhalb Jahre coronabedingt nicht leicht. Nun laufen nicht nur wieder Tourneen der Musiker sondern auch Vernissagen und Kunst-Messen. Und die Kunst hat historisch schon viele Krisen überstanden und sich dabei vom Markt und der Nachfrageseite her immer wieder angepasst. Doch wie war das in Pandemie-Zeiten? Prof. Dr. Dirk Boll, Chef des Auktionshauses Christie’s, unterscheidet in der Krise zwischen Rezeption und Distribution. Für den Kontakt der Künstler mit dem Publikum war Corona katastrophal – für die Distribution an kapitalstarke professionelle Käufer dagegen nicht, da hier in der Krise eine Express-Digitalisierung im Profi-Vertrieb und bei den Auktionen stattgefunden habe. Zudem gab es mit NFTs eine ganz neue Sparte im Kunstmarkt, die -unbeeinträchtigt von der Pandemie und ihren Einschränkungen- bereits für einen Milliarden-Umsatz steht.
Episode 092 
Für die neue Episode der Turtlezone Tiny Talks debattieren Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz über die vielfältigen Herausforderungen für Künstler und Kreative in der Pandemie und wie die ungebrochene Nachfrage auf Seiten der spekulativen Investoren die Gefahr mit sich gebracht hat, dass bis zu zwei Jahre künstlerischen Schaffens „ungesehen“ bleibt. Ein oft übersehener Aspekt. Trotz zunehmender Digitalisierung und der Attraktivität von Kunst als langfristige Wertanlage, dürften die Menschen dahinter -Künstler und auch Kunstliebhaber- gelitten haben und heilfroh sein, dass nun wieder der persönliche Kontakt und das echte Kunsterleben möglich sind.