Wie heilig ist Weihnachten?
#15

Wie heilig ist Weihnachten?

Die politische und gesellschaftliche Debatte der letzten Wochen hat sich immer wieder um die Frage gedreht, wie man den Menschen trotz aller Einschränkungen ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen kann. Alle Regeln und Verordnungen wurden immer wieder daran gemessen, welche Auswirkungen sie auf die Weihnachtstage der Bürger haben. Ein ziemlicher Fokus auf ein religiöses Fest in einer Gesellschaft, die weit davon entfernt ist mehrheitlich und einheitlich gläubig zu sein. Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz debattieren für die Episode 15 der Turtlezone Tiny Talks daher die Frage: „Wie heilig ist Weihnachten?“ Es sind immerhin über 2500 Jahre vom heidnischen Ursprung eines Sonnenwende-Fests, über die christliche Prägung der Feier von Jesus Geburt bis hin zu einem globalen Event mit glitzernden und leuchtenden Tannenbäumen, Geschenken und zig Milliarden Umsätzen. Doch was macht Weihnachten für uns aus? Gemeinsame Zeit mit der Familie und Freunden? An Andere denken und ihnen eine Freude machen? Die Schnittmenge der weltweiten Faszination für die Advents- und Weihnachtzeit, für das Familienfest, Deko, Lichter und Geschenke, ist sicher heutzutage eher unreligiös. Es schmälert auch nicht die Bedeutung des Christentums für das Weihnachtsfest, wenn man die gemeinsamen Werte hervorhebt, die Menschen gesellschaftsübergreifend verbinden - egal ob gläubiger Christ, Traditions-Christ, Atheist oder eigentlich Anhänger einer anderen Religion. Ein inspirierender und besinnlicher Streifzug durch die Geschichte des Fests.
Episode 015 
Die Politik hatte wohl zu Recht das Gefühl gehabt, dass in diesen herausfordernden Zeiten die Weihnachtstage eine besondere Bedeutung haben. Unabhängig von Religion oder Konsum. Es geht bei Weihnachten auch um Halt und Kraft durch die Nähe zur Familie. Und in normalen Zeiten auch durch die Nähe zu Freunden. Von der berühmt-berüchtigten Weihnachtsfeier mit Kollegen, bis hin zum Treffen vor dem Glühweinstand mit alten Freunden, die man nur einmal im Jahr sieht, bis hin zu drei Festtagen im Familienkreise. Eigentlich Werte, die sonst im hektischen Alltag untergehen. Weihnachten an sich, als christliches Fest, hat natürlich nicht direkt etwas mit den seit tausenden Jahren stattfindenen Feiern für Sonnengötter wie Mithra zu tun. Aber historisch und religionsgeschichtlich gesehen schon, da es kein Zufall ist, dass der Termin der Weihnachtsfeiertage deckungsgleich ist mit dem der sogenannten heidnischen Feste. Vor dem vierten Jahrhundert wurde der Geburt Jesu eher im Frühjahr gedacht, danach verdrängte das Fest rund um den 25. Dezember dann immer mehr die heidnischen Traditionsfeiern. Was für starke Bedeutungen das Weihnachtsfest für uns alle hat, zeigt sich auch, wenn man die Menschen betrachtet, die alleine feiern müssen, die einsam oder krank sind. Gerade in der aktuellen Pandemiezeit werden „gemeinsame Erlebnisse“ fehlen - der Kirchenbesuch an Weihnachten, der Besuch von Theater und Oper, das schöne Essen im festlich dekorierten Restaurant. Eine spannende 20-Minuten-Debatte vor dem Fest. Hörtipp!