Recht auf Homeoffice - Zukunft oder Irrtum?
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Recht auf Homeoffice - Zukunft oder Irrtum?

Homeoffice? Für viele, gerade Freiberufler, seit langem Alltag – für noch mehr Arbeitnehmer jedoch eine neue Erfahrung in Coronazeiten. Immer mehr internationale Großkonzerne, aber auch namhafte deutsche Unternehmen, feilen an neuen Konzepten, bei denen das Arbeiten aus dem Homeoffice nicht mehr die Ausnahme sondern die Regel sein wird. Und Bundesminister Hubertus Heil möchte zudem einen Anspruch auf das Homeoffice arbeitsrechtlich verankern. Doch ist das wirklich erstrebenswert? Und mit welchen Herausforderungen sehen sich Unternehmen und ihre Mitarbeiter konfrontiert? Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz greifen die aktuelle Debatte auf und diskutieren in der neuen Episode der Turtlezone Tiny Talks Erfahrungen, kritische Stimmen und Argumente der Befürworter. Denn eins ist klar: Moderne und flexible Arbeitswelten benötigen die richtigen Einstellungen und Erwartungen, eine passende Unternehmenskultur und den geeigneten Rechtsrahmen.
Episode 006 
Im Coronajahr 2020 werden seit mehr als einem Jahrzehnt verfügbare, verlässliche Technologien wie Webkonferenzen -pandemiebedingt- Alltag vieler Arbeitnehmer im Homeoffice. Und nun wird in Deutschland ein Arbeitnehmerrecht auf Homeoffice diskutiert, nachdem sich Unternehmen und Vorgesetzte hierzulande lange mit dem Thema -im internationalen Vergleich- äußerst schwergetan haben. Die plakative Headline „Recht auf Homeoffice“ liest sich in Hubertus Heils Gesetzesentwurf wesentlich moderater, hat jedoch trotzdem eine hitzige Debatte ausgelöst. Insgesamt sicher eine wichtige Diskussion um moderne, zukunftsweisende und flexible Arbeitswelten.
Der Blogger Thomas Knüwer hat in „Indiskretion Ehrensache“ das Thema aufgegriffen und provokativ getitelt: „Größter Management-Fehler 2020: Der irrige Glaube an das Home Office“. Dabei hat er den Finger in manche Wunde gelegt und darauf hingewiesen, wie schlecht vorbereitet auch sehr große Unternehmen auf das Thema hierzulande waren und sind. Das spricht nicht per-se gegen flexiblere Arbeitswelten und das Homeoffice, aber die positiven Erfahrungen vieler Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Corona-Zeiten mit dem „Notinstrument“ Homeoffice sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele notwendigen Hausaufgaben nicht gemacht sind.
Wenn Hubertus Heil von einem Recht auf zwei Homeoffice-Tagen im Monat spricht, dann soll diese größere Flexibiltität auch zu einer besseren Vereinbarung von Beruf und Familie führen und natürlich macht es manche Situationen einfacher. Das hat aber mit den medial kolportiertem generellen Recht auf Homeoffice nichts zu tun. Ohne Abstimmung mit dem Vorgesetzten geht auch künftig bei Angestellten nichts. Die Hürden für eine generelle Ablehnung werden aber deutlich erhöht. Fakt ist: Es bleibt ein riesen Unterschied zwischen der Möglichkeit, ab und zu von zu Hause zu arbeiten, wenn ein Handwerker kommt oder Kinder krank sind – oder der täglichen freien Entscheidung: Fahre ich jetzt ins Büro oder bleibe ich zu Hause?