Hat politische Kommunikation im Internet ein Detoxing nötig?
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Hat politische Kommunikation im Internet ein Detoxing nötig?

Nach 4 Jahren Donald Trump scheint es mittlerweile selbstverständlich, dass ein Staatschef bevorzugt über Twitter kommuniziert und das in Spitzenzeiten über 50 mal in 2 Stunden. Aber es ist nicht nur der US-Präsident, der Tweets wie ein Weltmeister veröffentlicht. Auch in Deutschland scheinen Politiker und ihre Mitarbeiter einen großen Druck zu verspüren aus jeder Sitzung oder Diskussion heraus permanente Wasserstands-Meldungen zu verbreiten, statt sich die notwendige Zeit und Chance zu geben, eine Idee fundiert auszuarbeiten und zu Ende zu denken. Gleichzeitig wird den sozialen Medien vorgeworfen mit ihren Filterblasen die politische Meinungsbildung zu beeinflussen. Da stellt sich die Frage, wie gefährlich Facebook & Co. sind und ob die Plattformen ein Instrument zur Meinungs- und Wahlbeeinflussung sind - oder in diesem Aspekt grandios überbewertet. Und natürlich: Wie digital wird der nächste Bundestagswahlkampf und bekommen wir amerikanische Verhältnisse. Eine spannende 20-Minuten-Debatte mit Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz.
Episode 007 
Lars Klingbeil sagt: Der nächste Bundestagswahlkampf wird der "digitalste" überhaupt. Verheißung oder Schreckensbild - angesichts der digitalen Kampagnen im US-Wahlkampf. Vor vier Jahren und auch gerade wieder. Spannend ist aber auch, dass den Plattformen schwere Vorwürfe gemacht werden, der Verbreitung von Fake News und Hass-Posting Vorschub zu leisten - aber die Debatte um die Ursachen für die vielen beleidigenden, hetzerischen und rüden Posts und Kommentare der User vermieden wird. Am Ende tippen schließlich die Menschen ihr immer aggressiveren und intoleranteren Meinungen in die Tastatur und nicht ein Algorithmus oder Marc Zuckerberg. Natürlich haben auch die großen Plattformen eine Verantwortung, aber die erodierende Debattenkultur lässt sich zu jedem Thema und auch in regionalen Foren beobachten. Hier macht man es sicher zu einfach, alles auf Facebook zu schieben. Und warum wird die Diskussion über Klarnamen und Anonymität nicht sachlicher geführt. Unsere Meinungsfreiheit beruht nun gerade nicht darauf, aus der Deckung scharf zu schießen. Viele Gedanken und Themen für eine spannende Debatte!